Test Fuji Cross 1.7: Das preisgünstige Cyclocross-Bike für Race und Allwettertraining

Test: Für den Bereich Cyclocross bietet die US-amerikanische Kultschmiede Fuji Bikes zwei unterschiedliche Modellreihen an. Während die Altamira CX Serie über ein Rahmenset aus Carbon verfügt, kommen die Cross Modelle mit einem Aluminiumrahmen und Carbongabel daher. Nach unserem Test des Fuji Altamira CX musste das Fuji Cross in den letzten Wochen in der Eifel und Pfalz beweisen, ob es den Namen zurecht trägt.

Der Herbst kommt – und somit für viele Biker die CX Saison. Eine saisonale Festlegung, die sich auch mit Blick auf den CX Rennkalender bestätigt. Ungeachtet dessen schätzen wir hingegen die Vorteile eines CX Bikes über das ganze Jahr hinweg. In diesem Sommer nutzten wir für etliche Einsätze das Fuji Cross 1.7 Modelljahr 2017. Unsere Eindrücke von dem Bike wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten, auch wenn Fuji Bikes bereits die 2018er Modelle im Programm hat. Ein kleiner Blick zurück sozusagen, wobei wir allerdings auch einen Blick auf die neuen Cross Modelle von Fuji wagen.

Die US-amerikanische Bikeschmiede bedient den Cyclocross Bereich mit zwei Modellreihen: Altamira CX und Cross. Das Fuji Cross 1.7 mit Alu-Rahmen, das wir in den Größen 49 und 54 cm im Test hatten, markierte bis zum Modelljahr 2017 den Einstieg in die Welt des Querfeldeinsports. Als einziges Bike der Cross-Serie kam das Modell 1.7 mit zwei Kettenblättern, die anderen Bikes waren bereits mit Einfach-Kettenblatt ausgestattet. Das aktuelle Cross 1.7 Modell 2018 kommt jetzt ebenfalls mit nur einem Kettenblatt – zudem erweiterte Fuji die Serie mit dem Cross 2.1 nach unten. Ebenfalls neu ist ab 2018 das Cross Women, eine spezielle und in Europa leider nicht erhältliche Damen-Version des Fuji Cross.

Die beiden Fuji Cross 1.7 Bikes begleiteten uns den ganzen Sommer hindurch. Auf dem Plan standen sowohl ausgedehnte Touren als auch kernige Einsätze im anspruchsvollen Terrain. Haupteinsatzgebiet bildeten die Trails der Eifel, aber auch in der Pfalz musste das Cross seine Stärken unter Beweis stellen. Aufgrund der heimischen Uphills haben wir uns bei beiden Bikes für eine kürzere Übersetzung entschieden. Diesbezüglich haben wir sowohl das kleine Kettenblatt als auch die Kassette ausgetauscht. Das originale 36er Kettenblatt musste einem 34er weichen, anstatt der Kassette 11-28T gingen wir mit 11-32T auf Trailjagd.

Im Bereich CX und Gravel gibt es zwei Arten von Herstellern – Fuji Bikes gehört zu der Gruppe, die strikt zwischen den beiden Bereichen unterscheiden. Die Rahmengeometrien unterscheiden sich grundlegend, womit die Bikes komplett unterschiedliche Charakteristiken aufweisen. Wird beispielsweise das Gravel-Bike Fuji Jari mit dem Fuji Cross verglichen, fallen bei der Größe M (54 cm) vor allem die kürzeren Kettenstreben und der kürzere Radstand des Cyclocrossers auf. Bei anderen Parametern zeigen sich ebenfalls Unterschiede. Die theoretischen Werte bescheinigen dem Cross ein wendigeres und quirligeres Fahrverhalten – aber das sollte sich im Test noch zeigen.

Der Rahmen aus A6-SL Aluminium kommt mit innenverlegten Zügen und flach ausgeformten Oberrohr. Ein Feature des Rahmens sind die geschmiedeten variablen Ausfallenden und die 12mm Steckachse für mehr Steifigkeit. Die Ausstattung des preisgünstigen Fuji Cross 1.7 kann sich ebenfalls sehen lassen. Die FC-440 Cross Carbon-Gabel kommt auch beim wesentlich teureren Modell 1.1 zum Einsatz. Auch hier findet sich eine 12mm Steckachse. Bei der Schaltung versieht die bewährte Shimano 105 2×11 ihren Dienst, die mechanischen Scheibenbremsen Spyre-C twin-piston stammen aus dem Hause TRP. Die Abstände der Bremsbeläge zur Scheibe lassen sich separat per Feinjustierung einstellen.

Viele der verbauten Komponenten wie beispielsweise Lenker oder Sattel stammen von Oval Concepts. Für Grip in jeglichem Terrain spendierten die Verantwortlichen bei Fuji dem Cross 1.7 die 32 mm breiten Challenge Grifo Reifen. Im Gegensatz zu Gravel-Reifen wirken die Cross-Reifen mit ihren Stollen nahezu wie ein schmaler Mountainbike-Reifen. Das Thema Laufräder werden wir aufgrund der Komplexität später genauer beleuchten. Die solide Ausstattung des Fuji Cross 1.7 geht einher mit einer dezenten und gradlinigen, aber dennoch nicht langweiligen Optik. Auch bei der Verarbeitung zeigt sich das CX Bike der US-amerikanischen Kultschmiede solide. Ein schön geschnürtes Gesamtpaket, das Lust auf den Test machte.

Unser erster Eindruck: Das Fuji Cross 1.7 rockt die Trails! Das Fahrverhalten zeigt sich so, wie wir es vom Datenblatt her schon vermutet hatten. Agil und wendig lässt sich das Cross antriebsstark durch das Gelände bewegen. Der steife Rahmen begeistert mit Effizienz, jeder Druck auf das Pedal wird in Vortrieb umgewandelt. Die Kletterfähigkeiten überzeugen, wobei natürlich auch unsere Modifikation bei der Übersetzung positiv dazu beisteuert. Selbst die steilen Rampen in der Eifel konnten so ohne Probleme bewältigt werden. Die Shimano 105 Schaltung funktioniert zuverlässig und reibungslos wie ein Schweizer Uhrwerk. Die TPR Bremse funktioniert gut, könnte für unseren Geschmack allerdings etwas mehr Biss haben.

Dank des ausgeformten Oberrohrs lässt sich das Fuji Cross 1.7 bei Bedarf gut und schmerzfrei schultern. Besonders bei Querfeldein-Rennen ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Die Challenge Grifo Reifen packen mit ihrem Stollenprofil im Gelände beherzt zu, lassen aber auch auf Asphalt erstaunliche Kurvengeschwindigkeiten zu. Trockene Untergründe meistert der Reifen ebenso souverän wie nasse und matschige Böden. Die Selbstreinigung des offenen Profils ist top. Auf schnellen Abfahrten macht sich der kurze Hauptrahmen bemerkbar. Hohe Geschwindigkeiten sind möglich, aber die Souveränität des Fuji Jari kann dem Fuji Cross in diesem Bereich nicht ganz zugesprochen werden. Die Stärken liegen hier eindeutig im anspruchsvollen Gelände – so wie es die Bezeichnung des Bikes auch zutreffend signalisiert.

Viele Wochen und etliche Kilometer liegen hinter uns und den beiden Fuji Cross 1.7 des Modelljahres 2017. Die beiden Bikes funktionierten wunderbar und ohne Zwischenfälle – bis auf eine Ausnahme: Die Laufräder. Bei beiden Bikes wiesen die Naben der Vera Corsa Laufräder nach einiger Zeit ein Lagerspiel auf. Kein großer Umstand, der mit Konusschlüsseln schnell behoben werden kann. Wie auf den Bildern ersichtlich sind wir im Verlaufe des Tests bei einem Bike auf Oval Concepts Laufräder umgestiegen. Grundsätzlich würden wir wartungsarme Laufräder mit Industrielager bevorzugen.

Fazit Fuji Cross 1.7

Das für den Rennsport konzipierte Fuji Cross 1.7 macht auch bei Touren im Mittelgebirge mächtig Spaß. Das Handling ist top, das Fahrverhalten erlaubt einen breiten Einsatzbereich. Solide Komponenten komplettieren das Spaßpaket. Lediglich für die Naben müssen wir nach unseren Erfahrungen einen Punkt abziehen – hier würden wir uns von Werk aus Naben mit Industrielagern wünschen.

Produktdetails Fuji Cross 1.7

  • Verfügbare Größen: XXS bis XXL
  • Gewicht ohne Pedale: Etwa 9,5 Kilogramm
  • Preis: 1.399,00 Euro
  • Web: www.fujibikes.com

Datenblatt / Geometrie Fuji Cross 1.7*

Size XXS

(46cm)

XS

(49cm)

S

(52cm)

M

(54cm)

L

(56cm)

XL

(58cm)

XXL

(61cm)

Seat Tube Center To Top 460 490 520 540 560 580 610
Seat Tube Effective 460 490 520 540 560 580 610
Top Tube Effective 505 520 535 545 560 575 590
Head Tube Length 100 110 130 140 160 180 200
Seat Tube Angle 75.5° 75° 74° 73.5° 73° 73° 73°
Headtube Angle 70 71 71.5 72 72 72 72
Chainstay Length 425 425 425 425 425 425 425
Wheelbase 1007 1009 1011 1006 1021 1037 1058
Bottom Bracket Drop 66 66 64 64 64 62 62
Fork Offset 48 48 48 48 48 48 48
Trail 74.5 68 64.8 61.6 61.6 61.6 61.6
Stack 522 535 554 566 580 602 621
Reach 370 377 376 378 383 391 405
Standover 746 766 794 807 825 844 868
Stem 80 90 90 100 100 120 120
Handlebar Width 380 400 400 420 420 440 440
Crank 165 170 170 172.5 172.5 175 175
Wheel Size 700 700 700 700 700 700 700
Seat Post Diameter 27.2 27.2 27.2 27.2 27.2 27.2 27.2

*Herstellerangaben

Andreas Waldera

Andreas Waldera

Das Urgestein der Fraktur! Bereits im Jahre 1996 stößt Andreas als Team-Fahrer und Texter zur Fraktur, damals ein Fanzine ausschließlich für Downhill Biker. Nach vier Jahren ruft er das MTB/Lifestyle Onlinemagazin "Fraktur - Das Magazin" ins Leben – bis heute eine Herausforderung, die dem begeisterten Fahrradfahrer geradezu auf den Leib geschrieben ist.

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