Fuji Beartooth 1.1: Das 27.5″ Plus-Hardtail für Einsteiger im Test

Mit großen und scheinbar unaufhaltsamen Schritten schreitet die Evolution bei den MTB-Laufradmaßen voran: Nach 27.5″ und Fatbike stellt jetzt 27.5″+ das Maß aller Dinge dar. So verwundert es nicht, dass der Markt mittlerweile prall angereichert ist mit diversen 27.5″+ MTB Modellen. Auch die US-amerikanische Marke Fuji mischt hier mächtig mit und bietet unter anderem das Fuji Beartooth 1.1 an, ein preiswertes Plus-Hardtail für Einsteiger.

Natürlich sollten technische Neuerungen stets mit Vorsicht betrachtet werden und müssen auch nicht immer die Zustimmung des Einzelnen finden, doch die neue Plus-Dimension hat zweifelsohne Vorteile. Dank des größeren Luftvolumens können Plusreifen mit deutlich weniger Luftdruck gefahren werden, was wiederum mehr Grip und Sicherheit bedeutet. Gute Nachricht vorweg: Theorie und Praxis stimmen hier überein. Wir sind im Test übrigens mit etwa 1,2 bar unterwegs gewesen – und das komplett pannenfrei.

Widmen wir uns jetzt dem Hauptakteur des Tests: Dem Fuji Beartooth 1.1. Das Alu-Hardtail rollt auf Schwalbe Nobby Nic Performance Reifen in der Dimension 27.5″ x 3.0″. Dank der Plus-Dimensionierung verfügt das Bike natürlich über den neuen 148mm Boost-Standard – der Reifen braucht schließlich Platz. Gleiches gilt auch für die Front: Hier versieht eine ausladende SR Suntour Raidon 27.5+ Federgabel mit 120 mm Federweg ihren Dienst. Eine ordentliche Verzögerung des Fuji Beartooth 1.1 Hardtails soll die hydraulische Shimano M365 Scheibenbremse gewährleisten. Verbaut ist vorne wie hinten eine 180 mm Bremsscheibe.

In Sachen Schaltung bleibt Fuji beim Beartooth One.1 dem japanischen Megakonzern treu: Das 2×10 Gang Arbeitsteam setzt sich aus Deore Umwerfer, Deore XT Schaltwerk und Shimano Deore Rapid Fire Schalthebel zusammen. Ein großer Teil der Komponenten stammt von der Komponentenmarke Oval Concepts. Dem aufmerksamen Betrachter wird sicherlich nicht die Vario-Sattelstütze entgangen sein, die wir nachträglich montiert haben. Serienmäßig kommt das 27.5″+ Trail-Hardtail mit Oval Concepts Alu-Sattelstütze und Sattel.

Das optisch harmonisch wirkende Beartooth ist sauber verarbeitet, nur die interne Leitungsverlegung wurde vom US-amerikanischen Hersteller nicht wirklich konsequent umgesetzt: Der Schaltzug für den Umwerfer verläuft innenliegend im Unterrohr, die hintere Bremsleitung sowie der Zug für das Schaltwerk hingegen außenliegend am Oberrohr. Interessant ist natürlich auch der Blick auf die Waage: 13,2 Kilogramm in der Größe 17″ – ohne Pedale. Erhältlich ist das Fuji Beartooth One.1 zu einem Preis von 1.399,00 Euro.

Getestet haben wir das Fuji Beartooth 1.1 auf den abwechslungsreichen Eifel-Trails bei eher widrigen, winterlichen Bedingungen – also auch bei Schnee. Die zentrale Sitzposition bietet dem Rider in Verbindung mit dem 130 mm Steuerrohr und dem kurzen Vorbau eine vergleichsweise aufrechte Sitzhaltung, die sich besonders bei Touren auszahlt. In diesem Bereich kann das preisgünstige Einsteiger-Hardtail dann auch prompt volle Punktzahl einfahren. Die effiziente Kraftumsetzung äußert sich mit einem kernigen Vortrieb und toller Beschleunigung.

Trotz der Breite von 3.0″ rollen die Schwalbe Nobby Nic Performance Reifen erstaunlich leichtfüßig über Asphalt und Trails. Das Plus in der Bezeichnung macht sich auch beim Komfort bemerkbar. Die Dämpfung erlaubt komfortables Touren und glättet in Kombination mit der gut ansprechenden SR Suntour Raidon Unebenheiten wie Steine oder Wurzeln. Die Federgabel lässt sich dank Luftunterstützung und einstellbarer Zugstufe perfekt an den Rider bzw. die Anforderungen anpassen. Zudem verfügt die Suntour mit den 32 mm Standrohren über eine zuschaltbare Lockout-Funktion.

Die Steuerzentrale agiert agil und setzt die Lenkbewegungen sofort in Richtungsänderung um. Das Fuji Beartooth 1.1 lässt sich nahezu spielerisch um enge Ecken zirkeln, neigt allerdings zu leichter Nervosität bei schnellen ruppigen Abfahrten. Kleinere Kanten und Drops lassen das Hardtail recht unbeeindruckt, das nahezu behäbige „Flugverhalten“ vermittelt dem Rider Sicherheit und Kontrolle. Das tiefe Tretlager bietet ein sattes Fahrgefühl auf dem Trail, Nachteil ist allerdings der schnellere Bodenkontakt des Pedals beim Pedalieren im unwegsamen Gelände oder in Hanglage.

Die Zuverlässigkeit des Bikes hat uns komplett überzeugt. Trotz der widrigen Bedingungen mit Schnee und Matsch funktionierte das Fuji Beartooth 1.1 ohne Zwischenfälle. Präzise und knackig gehen die Schaltvorgänge von der Hand, der Übersetzungsbereich ist breit angelegt. Steile Rampen stellen ebenso wenig ein Problem dar wie rasante Fahrten bergab – mit geschmeidigen Beinen kann der Rider bis um die 50 km/h pedalieren. Die Bremsleistung der Shimano Scheibenbremse ist gut, könnte für unseren Geschmack allerdings etwas mehr Biss vertragen.

Fazit Fuji Beartooth 1.1

Zuverlässiges und robustes Einsteiger-Hardtail mit soliden Komponenten und einem sehr breiten Einsatzbereich. Weite Touren sind ebenso möglich wie Ausflüge in ruppiges Gelände. Wünschen würden wir uns eine Vario-Sattelstütze und einen Kettenstrebenschutz.

Produktdetails Fuji Beartooth 1.1

  • Erhältlich in den Größen 17″, 19″ und 21″
  • Gewicht ohne Pedale: 13,2 Kilogramm (Größe 17″)
  • Preis: 1.399,00 Euro
  • www.fujibikes.de

Datenblatt / Rahmengeometrie Fuji Beartooth 1.1*

(M)17″ (L)19″ (XL)21″
Seat Tube, Center To Top 432 483 533
Top Tube, Effective 590 610 625
Head Tube 130 130 130
Seat Tube Angle 73° 73° 73°
Head Tube Angle 69° 69° 69°
Chainstay 453 453 453
Wheelbase 1122 1142 1157
Fork Offset 60 60 60
Bottom Bracket Drop 51 51 51
Stack 389.4 409.4 424.4
Reach 656.5 656.5 656.5
Standover 810.8 833.5 856.8
Stem 50 60 70
Handlebar Width 760 760 760
Crank 175 175 175
Wheel Size 27.5″ 27.5″ 27.5″
Seat Post Diameter 30.9 30.9 30.9

*Herstellerangaben

Andreas Waldera
Das Urgestein der Fraktur! Bereits im Jahre 1996 stößt Andreas als Team-Fahrer und Texter zur Fraktur, damals ein Fanzine ausschließlich für Downhill Biker. Nach vier Jahren ruft er das MTB/Lifestyle Onlinemagazin "Fraktur - Das Magazin" ins Leben – bis heute eine Herausforderung, die dem begeisterten Fahrradfahrer geradezu auf den Leib geschrieben ist.

Favorite Bike: Giant Reign X1, SE Quadangle 24"
Musik: Metal (Trash/Death)