VDO GP7 – Bike GPS Navigation im Test

Wer kennt es nicht? Da steht man mitten im Nirgendwo, und selbst wenn eine Karte vorliegt, hat man längst die Orientierung verloren. Probleme, die nicht nur in tiefsten Wäldern auftreten, sondern auch auf weiten Feldern und im Großstadtdschungel. In solch einem Fall ist eine GPS Navigation natürlich Gold wert. Auch wer mit dem Rad weite Strecken zurücklegt, kann mit dem Navi viel Zeit und Nerven sparen. Der andauernde Blick in das Papierkartenwerk ist auf Dauer in der Tat anstrengend und nervend. Ein Navi ist hier schon eine feine Geschichte, zumindest in der Theorie. Wie verlässlich zeigt sich der VDO GP7?

Zum Lieferumfang gehört neben dem VDO GP7 eine Micro-SD-Karte samt Adapter, das Befestigungsmaterial für die Lenkermontage, ein USB-Kabel, eine DVD (enthält die Software Map Manager, die Recovery Software und Manuals), das Ladekabel und ziemlich kurz gefasste Manuals, darunter die Schnellstartanleitung. Die Schnellstartanleitung beinhaltet wichtige Infos zur Inbetriebnahme des Gerätes und die Handhabe der wichtigsten Funktionen. Die Halterung für den Lenker ist mit den beiliegenden Kabelbindern in Sekundenschnelle befestigt. Die Kerben in der Halterung lassen eine Montage am Lenker als auch am Vorbau zu. Neben der Lenkerhalterung gehört noch eine Universalbefestigung (flacher Untergrund) zum Lieferumfang. Ein Geschwindigkeits-Sender lag unserem Gerät nicht bei, ist aber optional erhältlich. Abgesehen vom Geschwindigkeits-Sender ist natürlich noch weiteres Zubehör wie beispielsweise ein Trittfrequenz-Sender oder Puls-Sender optional erhältlich.

Bevor wir starten können muss erstmal die im Lieferumfang enthaltene Micro-SD-Karte, auf der sich die Karten befinden, in das Gerät eingesetzt werden. Diese Karten sind bereits freigeschaltet und können somit sofort genutzt werden. Nach dem Entfernen des Deckels auf der Rückseite des VDO GP7 (dank der handlichen Drehschraube ohne Werkzeug, Geldmünzen und Fingernägel möglich) und Entnahme des Akkus kann die Micro-SD-Karte unproblematisch eingesetzt werden. Das Hauptmenü begrüßt uns mit sechs Auswahlpunkten: Karte, Suche, Routenplanung, Einstellungen, Profile und „My Menu“. Die Bedienung geschieht natürlich per Touch auf dem Display. Aufgeladen wird der VDO GP7 mit dem mitgelieferten Netzkabel. Leider weist weder das Netzkabel noch der VDO GP7 (wenn er ausgeschaltet ist) einen Ladezustand auf. Man kann also nur vermuten, wann der Akku des VDO GP7 voll geladen ist.

Zum Lieferumfang gehört eine Software, die zur Routenplanung auf dem heimischen PC installiert werden kann. Das Programm trägt den hübschen Namen MyNav Map Manager. Wir haben die Software auf einem PC mit Windows 7 installiert. Die Installation der DVD ist selbsterklärend und auch für Computer Laien durchführbar. Nach dem ersten Start des installierten Programms muss im UnlockManager der Schlüssel eingegeben werden. Die Aktivierung ist zwar recht unkompliziert, allerdings sind wir keine Freunde solcher „Schutzmaßnahmen“. Die Lizenzbegrenzung halten wir nicht gerade für Anwenderfreundlich und bei erneuten Installationen ist Mehraufwand in Form von weiteren Freischaltungen nötig. Optisch zeigt sich die Software wie das Bild auf dem Navi – was für das Navi völlig in Ordnung geht, versprüht auf dem PC dann doch einen leicht angestaubten Charakter.

Wie bereits beschrieben wird der VDO GP7 mittels der Lenkerbefestigung am Lenker gehalten. Leider muss man recht viel Kraft aufwenden, um den VDO GP7 in den Führungsschlitten der Halterung zu pressen. Nicht ganz unproblematisch war auch das Entfernen des Navis aus der Halterung. Ob es nun an unseren Wurstfingern lag oder an unserer unbändigen Kraft, nach wenigen Einsätzen hatten wir die Lenkerbefestigung schon in Mitleidenschaft gezogen. Sicher ist aber, dass der Navi bombenfest am Lenker sitzt! Selbst im ruppigsten Gelände bleibt der VDO GP7 sicher am Lenker platziert. Entwarnung können wir auch für Regenfahrten geben! Der VDO GP7 ist ziemlich gut vor Nässe geschützt. Angst vor Regen muss man also nicht haben, auch nach stundenlangen Regenfahrten in der Eifel versah das Gerät ohne Probleme seinen Dienst.

Auf der Oberseite des Gerätes finden sich drei Tasten, von denen die mittlere Taste zum Ein- und Ausschalten des Gerätes dient. Lobenswert ist, dass die Tasten auch mit Handschuhen bedienbar sind. Die „eigentliche“ Bedienung des Navis wie die Standortbestimmung oder die Routenplanung erfolgt über das Touchscreen. Dies geschieht mit erhöhtem Fingerdruck, was aber eigentlich völlig in Ordnung geht, da ein zu druckempfindliches Gerät zu schnell ungewollt reagiert. Andererseits nervt die Bedienung dann doch, da man sich so nicht schnell durch die Menüs bzw. die Bedienoberfläche hangeln kann. Die Bedienung des Touchscreens während der Fahrt bereitete uns Probleme, zumal die Buttons unseres Erachtens zu klein abgebildet sind. Probleme hatten wir auch beim Verschieben der Karte während der Fahrt, hier gelangten wir recht oft ins Untermenü. Probleme, die nicht nur beim Einsatz mit dem MTB im Gelände auftraten, sondern leider auch auf der Straße mit dem Rennrad.

Die Größe des Displays ist für die Montage am Bike gut gewählt. Das Display ist entspiegelt und lässt sich somit in Verbindung mit der starken Hintergrundbeleuchtung recht gut ablesen, sofern es nicht direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Bei direkter Sonnenstrahlung ist leider Schluss mit der guten Ablesbarkeit. Gut, dass der VDO GP7 rechtzeitig akustisch per Stimme auf Fahrtrichtungsänderungen hinweist. Als sehr gut darf man den GPS Empfang bezeichnen. Der Standort wird schnell ermittelt und auch die Berechnung von längeren Routen erfolgte überraschend schnell. Kursänderungen hat der VDO GP7 schnell umgesetzt. Der Aufbau der Karten könnte allerdings etwas schneller erfolgen. Das Navi bietet mehrere Arten der Fortbewegung an, darunter auch Rennrad und MTB. Die groben Einstellungen lassen sich mittels virtueller Schieberegler zusätzlich den verschiedenen persönlichen Anforderungen anpassen. So lässt sich beispielsweise der Anteil von Straßen oder Wanderwegen erhöhen oder absenken. Wir haben bei unseren Touren die voreingestellten Werte übernommen.

Die wenigen Handgriffe zur Planung einer Route sind schnell verinnerlicht. Beim Mountainbike sind wir allerdings nicht ganz auf unsere Kosten gekommen, da man leider auf die großen Wanderwege beschränkt ist – vielleicht erwarten wir hier aber auch einfach nur zu viel. Bei den Touren für das Rennrad sah es schon bedeutend besser aus, wobei wir doch einige Überraschungen erleben mussten. Die Planung der Touren entsprach zum größten Teil dem, wie wir unsere Touren planen würden – allerdings aber auch nur zum größten Teil! Leider kam es teilweise zu merkwürdigen Vorschlägen. So wurden wir in der Eifel ein kurzes Stück an der Bundesstraße B51 entlang geführt – für Radfahrer ein absoluter Graus und auf gar keinen Fall empfehlenswert! Auf einer Landstraße wurden wir in entgegengesetzter Richtung über einen Parkplatz geschickt. Leider kein Einzelfall war, dass teilweise die Radwege nicht in die Routenplanung einbezogen wurden, selbst wenn diese oftmals parallel zur Straße verliefen. Letztendlich führte uns der VDO GP7 aber immer bis zum Ziel.

Neben dem mitgelieferten Kartenmaterial kann man den VDO GP7 natürlich mit „fremden“ Kartenmaterial füttern. Damit ist man mit dem VDO GP7 recht flexibel, was das Kartenmaterial angeht. Die Anbindung an den PC mit dem Betriebssystem Windows 7 bereitete keinerlei Probleme. Neben der Tourenplanung am PC und der Übermittlung der Daten zum Navi ist somit auch das Auslesen des Navis und der gefahrenen Touren möglich. Die Laufzeit des Navis kann sich durchaus sehen lassen. Von der Laufzeit sind Tagestouren mit dem VDO GP7 kein Problem. Wir hatten das Gerät bei unseren Touren mehrmals über sechs Stunden im Betrieb. Der VDO GP7 ist in mehreren Ausführungen erhältlich, was letztendlich auch den Preis beeinflusst. Wahlweise wird der VDO GP7 mit Karten von Österreich, der Schweiz und Deutschland ausgeliefert. Die verschiedenen Länder-Versionen unterscheiden sich dann nochmal mit verschiedenen Ausstattungsvarianten. Unser Fazit nach dem Test? Ein robustes und gutes Navi, wobei der Hersteller in unseren Augen allerdings auch noch Spielraum nach oben hat, um das Gerät und die Software zu verbessern.

Preis: Abhängig von der Ausführung

Redaktion
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