Univega RAM AM-5 – Das All-Mountain Bike im Test

Auf der Suche nach dem perfekten „Alltagsrad“ für das deutsche Mittelgebirge sind wir auf das Univega RAM AM-5 gestoßen. Neben der angenehmen Optik glänzt das Univega mit Parts, die bei vielen Bikern auf der Wunschliste für den Weihnachtsmann ganz oben stehen. Dem Einsatzgebiet entsprechend weist das RAM AM-5 ansprechende 150 mm Federweg an der Front als auch am Heck auf. So die Serie… bei uns am Testrad war die Fox Federgabel mit lediglich 140 mm Federweg verbaut. In der Größe 46 belastet das Univega die Waage mit 13,7 Kilogramm – ohne Pedale allerdings. Kann das Univega RAM AM-5 die hohen Erwartungen erfüllen?

Wenn wir es genau nehmen, und das sollte man auch, trägt das Bike die volle Bezeichnung Univega RAM AM-5 30-G XT Plus. Eines können wir der Bezeichnung – ohne hellseherische Fähigkeiten besitzen zu müssen – natürlich bereits vorweg entnehmen: Es ist irgendetwas von Shimano verbaut! Richtig!!! Es handelt sich um ein Shimano XT Tretlager und Schalthebel sowie ein Shimano XT Plus Schaltwerk und das Ganze mit 30 wunderbar schaltbaren Gängen. Wer bei den Bremsen auch die Japaner vermutet liegt dagegen falsch – hier kommt geballtes Wissen aus deutschen Landen: Magura. Bei der Kassette setzt das Univega RAM AM-5 auf die Konkurrenz von SRAM.

Wie immer eine Frage der Philosophie, aber eines ist sicher: Die Wahl der Komponenten ist gut getroffen. Die Funktion der Schaltung als auch der Magura MT2 Bremsen kann in allen Belangen überzeugen. Ein besonderer Hingucker sind natürlich die extravaganten Crankbrothers Iodine 2 Laufräder mit Steckachse vorne und hinten. Damit die Laufräder sich nicht einsam fühlen wurde aus gleichem Hause farblich passend der Vorbau und eine Sattelstütze montiert (letzteres allerdings nur in der Serie – dazu gleich mehr). Die Bereifung stammt aus dem Hause Schwalbe und der Hans kann’s und hat wirklich Dampf!

Dem Trend zu den Torx-Schrauben am Vorbau sehen wir mit leicht gemischten Gefühlen entgegen, da bei einem Sturz in der freien Wildbahn nicht immer ein Torx-Schlüssel zur Hand ist. Vario-Sattelstützen sind bei Enduro- und AM-Bikes mittlerweile Pflicht und auch hier lässt sich Univega nichts zu Schulden. Anders als in der Serie spendierte Univega dem Testbike allerdings eine KS Sattelstütze. Im Test mussten wir beim Ausfahren der Stütze das eine oder andere Mal nachhelfen, weil diese auf Knopfdruck vom Lenker aus nicht immer so wollte wie wir. In der Serie wird eine Vario-Sattelstütze von Crankbrothers verbaut, zu deren Funktion wir aber nichts sagen können. Nicht viele Worte müssen wir zur FOX 32 Talas Federgabel verlieren. Anpassung, Funktion und Ansprechverhalten kann man nur als top bezeichnen!

Überraschend war für uns das degressive Ansprechverhalten des Hinterbaus. Der Hinterbau agiert bei kleinen Stößen recht hart und zeigt sich im ersten Bereich des Federwegs ungewohnt straff. Perfekt eingestellt macht sich das natürlich positiv bei der Kraftübertragung bemerkbar, sofern es nicht ruppig wird. Bei gröberen Stößen, welche mehr Federweg beanspruchen, wird das Ansprechverhalten im mittleren Bereich spürbar softer. Die fehlende Progression läßt den Hinterbau im Wiegetritt ohne Blockierung des Dämpfers wegsacken. Den größeren Nachteil sehen wir allerdings eher bei Kanten und Drops, wo der Hinterbau bisweilen zum Durchschlagen neigt. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass auch hier das Testbike nicht ganz der Serie entsprach. In der Serie wird ein Rock Shox Monarch Dämpfer verbaut, wir hatten einen Fox Dämpfer im Einsatz.

Kurz übersetzt geschaltet ist uns ein leicht unrunder Tritt aufgefallen, womit wir eigentlich nicht gerechnet hätten. Die Verarbeitung des Bikes ist gut, der Lack könnte allerdings härter im Nehmen sein. Es sind diese kleinen Punkte, die das ansonsten gute Bild des Bikes etwas trüben. Auf dem Trail agiert das Bike erfrischend agil, bei hohem Tempo muß man in Kurven etwas Druck auf die Front bringen, um das letzte Quäntchen an Speed aus dem Trail zu quetschen. Ein kürzerer Vorbau würde dem Bike sicherlich gut stehen. Wir müssen an dieser Stelle nochmal auf die Gabel hinweisen, die am Testbike 10 mm weniger Federweg hatte als die Serie.

Sehr lobenswert ist die untere Kettenführung. Diese hatten wir auch schon an privaten Bikes verbaut und waren sehr zufrieden. Die angenehme Sitzhaltung auf dem Univega lädt zu weiten Touren mit allem drum und dran im Bergischen ein, wo wir auch den Schwerpunkt des Bikes sehen. Letztendlich ist es allerdings immer schwer ein Urteil zu fällen, wenn das Bike nicht zu 100 Prozent der Serie entspricht. Wir können immer nur eine Bestandsaufnahme dessen machen, was wir vorliegen haben. Eines können wir mit Bestimmtheit sagen: Wir hatten Spaß!

Größen: S, M und L
Preis: 2999,99 Euro

Redaktion
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