Bodenmais – Urlaub im Bayerischen Wald – Reise- und Tourentipp

Schon zu Beginn unseres Aufenthalts in Bodenmais war uns klar: Es wird ein schwerer Abschied aus diesem schönen Ort werden. Ein Ort, der den Erholungssuchenden ebenso zu begeistern vermag wie den Aktivurlauber. Die vielen Sehenswürdigkeiten lassen sich in wenigen Tagen kaum alle besichtigen. Unser Tipp: Lieber auf einige Highlights beschränken und diese dafür ausgiebig genießen!

So ist eines der vielen Anlaufziele auf jeden Fall der Silberberg und das historische Besucherbergwerk. Natürlich darf man sich auch den König des Bayerischen Waldes nicht entgehen lassen: Den Großen Arber. Mit einer Höhe von 1456 m ü. NN erhebt sich der Große Arber weithin sichtbar über dem Bayerischen Wald. Ebenso verlockend sind die beiden Arberseen. Die Rißlochfälle sollten bei einer geplanten Wandertour nicht fehlen, ebenso wenig wie der verstecktere, aber sehr idyllische Hochfall.

Gastronomie wird in Bodenmais groß geschrieben. Bei unserem Besuch haben wir vor allem die ortsansässige Adam-Brauerei lieben gelernt. Neben einem zuvorkommenden Service erwarten den Hungrigen und Durstigen schmackhafte Speisen und herrliches Bier – und das zu fairen Preisen. Die Adam-Brauerei bietet auch Brauereibesichtigungen an und lockt mit allerlei Delikatessen. So kann man neben Bierlikör und Biersenf (Tipp: Der süße Biersenf!) noch andere schmackhafte Dinge vor Ort erwerben. Wer nach dem Mahl den kürzesten Weg zu seinem Schlafgemach aufsuchen möchte, kann sich direkt in dem hauseigenen Hotel einquartieren – ein Spartipp sind die dazugehörigen Gästezimmer im Gasthaus direkt neben dem Hotel.

Nicht nur der Mountainbiker und der Wanderer darf sich an den herrlichen Bergen erfreuen. Auch der “normale” Radfahrer kommt in und um Bodenmais auf seine Kosten. Wer weniger oft mit einem Fahrrad unterwegs ist, sollte aufgrund der sehr hügeligen Umgebung auf ein Pedelec zurückgreifen. Wer kein Pedelec sein Eigen nennen darf, muss nicht auf das Fahren mit eingebautem Rückenwind verzichten. Bei der Tourist-Info in Bodenmais kann man bequem ein Pedelec der Firma KTM mieten. Bei Bedarf werden auch Helm und Rucksack ausgehändigt. Unser Tourentipp ist ein Ausflug in das schöne Zellertal. Am Ende des Artikels werden wir diese familienfreundliche Tour vorstellen – die Reichweite ist auf das Pedelec abgestimmt.

Mit dem Fahrrad kann man direkt bis zum höchsten Punkt des Bayerischen Waldes radeln, dem Großen Arber. Dabei muss der Radler nicht unbedingt mit Asphalt vorlieb nehmen. Gut ausgeschilderte Radwege führen meist auf Schotter zum Gipfel. Wer weniger Höhenmeter ins Auge fassen möchte, ist mit dem Silberberg gut beraten. Die beiden Arberseen lassen sich ebenfalls gut mit dem Rad’l erreichen. Das Radwegenetz ist gut ausgeschildert und zeigt sich sehr abwechslungsreich. Ebenso vielseitig zeigt sich auch die Beschaffenheit der Radwege, man sollte sich nicht wundern, wenn diese zum Teil recht anspruchsvoll werden. Besonders in den Bergen sind abseits der Straße grob profilierte Reifen von Vorteil. Für durchreisende Pedelec-Radfahrer und E-Biker vermissen wir in Bodenmais leider eine offizielle Ladestation.

Wer nicht unbedingt mit dem Fahrrad oder Pedelec die Umgebung kennenlernen möchte, kann natürlich auch auf Bus und Bahn zurückgreifen. Empfehlenswert ist das Bayerwald-Tagesticket, mit dem man in der Region (Zwiesel, Regen, Bayerisch Eisenstein) einen ganzen Tag unterwegs sein kann. Leider ist in Bodenmais das Bayerwald-Ticket nicht in der Kurtaxe inbegriffen. Bodenmais lockt nicht nur mit einer guten Gastronomie und einer bezaubernden Innenstadt, sondern auch mit vielen Attraktionen. Feste und Veranstaltungen locken Besucher von nah und fern. Bei unserem Aufenthalt fand der Nachtflohmarkt statt. Das Rahmenprogramm einschließlich der Bühne am Marktplatz verdiente an diesem Tag höchstes Lob.

In Bodenmais stehen dem Urlauber viele Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen zur Verfügung. Wir sind im Sonnleitn untergekommen, ein von Ungarn geführtes Hotel. Die Hotel-Leitung als auch die Mitarbeiter sind sehr freundlich und zuvorkommend – hier fühlt man sich als Gast herzlich willkommen. Die Sauna im Hause erhöht das Wohlfühlgefühl. Selbstverständlich gibt es hier ein Frühstücksbuffet, welches keine Wünsche offen lässt. Wer möchte, kann optional das Abendbuffet mitbuchen. Der Ortskern ist vom Hotel aus per Fuß schnell erreicht – in entgegengesetzter Richtung darf man, am Rißbach entlang, den Rißlochfällen entgegenschreiten. Ein besonderes Schmankerl ist das hoteleigene E-Auto, welches man mieten kann. Eine Mords-Gaudi!

Unternehmungen bieten sich in Bodenmais in vielfacher Weise an. Eine besondere Faszination übt das Segway aus. Neben den geführten Segway Trekking Touren kann man sich im Segway Funpark austoben. Natürlich fehlt es in Bodenmais weder an einem Hallenbad noch an einem Freibad. Ein Abtauchen ist also bei jeder Witterung möglich. Ein großes Lob verdient der speziell für Kinder angelegte Kinderwanderweg “Ameisenstraße”, wo Kinder und Eltern gemeinsam die Natur aktiv kennenlernen. Nicht vergessen darf man, dass Bodenmais auch auf der Glasstraße Bayerischer Wald liegt. In dieser Region wird Glaskunst auf höchstem Niveau zelebriert. Ein Besuch bei JOSKA Bodenmais lohnt auf jeden Fall. Da wäre noch…

… aber leider endet irgendwann auch der schönste Urlaub. Bodenmais, wir kommen wieder

Radtouren-Tipp Zellertal

Abseits stark befahrener Straßen bietet sich für eine schöne Radtour das idyllische Zellertal an. Wir bewegen uns hierbei zum überwiegenden Teil auf Asphalt, nur ein kurzes Stück verläuft durch den Wald auf einem Schotterweg. Den Start der Tour bildet die Tourist-Info in Bodenmais, das Ziel findet sich mit dem wundervollen Biergarten des Gasthauses Kaitersbacher Hof im Zellertal. Obwohl die Radtour familienfreundlich ist, sollte man diese nicht unterschätzen! Bis zum Ziel sind es 25 Kilometer, wobei wir etwa 350 Höhenmeter machen! Nicht vergessen sollte man, dass man meist auch wieder zurück muss! Damit verdoppeln sich nicht nur die Kilometer, sondern auf dem Rückweg werden nochmal etwa 570 Höhenmeter gemacht! Ein Pedelec ist sicherlich nicht die schlechteste Wahl als fahrbarer Untersatz!

Von der Tourist-Info aus folgen wir der Bahnhofstraße leicht bergan und biegen nachfolgend, weiterhin der Bahnhofstraße folgend, links ab. Nach wenigen hundert Metern folgen wir dem Zellertal-Radweg nach rechts durch das weite Tal. Der Radweg führt mächtig bergab – ein tolles Ambiente, welches wir frei von Autos richtig genießen können. Zu unserer Rechten passieren wir die Glashütte und unterqueren die Straße St2132. Wir orientieren uns weiterhin am Zellertal-Radweg und erreichen, nach dem Passieren des Gasthauses Sternknöckel, eine Verzweigung. Während der Zellertal-Radweg bergab nach rechts weiter führt, biegen wir links ab auf den Radweg mit der Kennzeichnung 32B. Der Radweg steigt an und führt uns anschließend in den Wald. Der Weg geht von Asphalt auf Schotter über. Da der Weg nachfolgend bergab führt, müssen wir vorsichtig bremsen. Kurz vor Frath erreichen wir wieder Asphalt und folgen der Straße rechts bergab, weiterhin durch den Wald fahrend, bis zur Straße St2132. Wir müssen die St2132 vorsichtig überqueren.

Ein kurzes Stück folgen wir auf der Frathenauer Straße der Beschilderung des Radweges 32B, dann biegen wir links ab in die Straße Schusterhöhe. Auf der schmalen Straße radeln wir entlang des Tals, wobei wir auch Unterrehberg passieren. Wir gelangen nach Drachselsried, orientieren uns in Richtung Tourist-Info und folgen im weiteren Verlauf der wenig befahrenen Zellertalstraße. Wir erreichen Arnbruck und radeln an der Glashütte vorbei. Als Wegweisung dient uns jetzt wieder die Kennzeichnung des Zellertal-Radweges. Geschmeidig trägt uns das Asphaltband durch das Tal. Die Fahrt gestaltet sich nahezu autofrei, nur beim Überqueren der Straße St2132 müssen wir wieder sehr achtsam sein. Der Zellertal-Radweg führt uns direkt zum Kaitersbacher Hof, womit wir unser Ziel erreicht haben. Das Gasthaus bietet einen wunderbaren Biergarten, der zum Verweilen einlädt. Ein Kinderspielplatz sorgt bei den Kleinen für mächtig Spaß. Das Gasthaus Kaitersbacher Hof ist nur wenige Kilometer von Bad Kötzting entfernt, womit sich natürlich ein Stadtbummel anbieten würde.

Als Wanderkarten empfehlen wir das KOMPASS Wanderkartenset 198 – Bayerischer Wald. Die drei Karten im Maßstab 1:50.000 decken den gesamten Bayerischen Wald ab und zeigen, neben den Wander- und Radwegen, unter anderem Sehenswürdigkeiten, Gasthöfe, Schutzhütten und Bahnhöfe auf. Besonders im Bereich des Bayerischen Waldes sind natürlich auch die eingezeichneten Seilbahnen und Gondeln von großem Interesse. Zusätzlich zu den Karten beinhaltet das Kartenset den Naturführer Wiesenblumen.

Andreas Waldera

Andreas Waldera

Das Urgestein der Fraktur! Bereits im Jahre 1996 stößt Andreas als Team-Fahrer und Texter zur Fraktur, damals ein Fanzine ausschließlich für Downhill Biker. Nach vier Jahren ruft er das MTB/Lifestyle Onlinemagazin "Fraktur - Das Magazin" ins Leben – bis heute eine Herausforderung, die dem begeisterten Fahrradfahrer geradezu auf den Leib geschrieben ist.

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