Niederrhein – Die Kloster und Bier Tour

Der Linke Niederrhein ist ein sehr beliebtes Ziel vieler Radfahrer. Nahezu steigungsfrei kann der Reisende hier auf Entdeckungstour gehen. Die vielen offiziellen Radwege sind meistens sehr gut ausgebaut und beschildert, oftmals führen die Radwege über für den Verkehr gesperrte Straßen. Durch die wachsende Zahl der E-Biker finden sich in der Region immer mehr Ladestationen. So bietet beispielsweise die Stadt Kevelaer mit der Niers-Strom-Tankstelle eine öffentliche kostenfreie Möglichkeit zum Laden des E-Bikes an.

Die Bevölkerungsdichte am Linken Niederrhein ist bei Weitem nicht so hoch wie im angrenzenden Ruhrgebiet. Der Niederrhein lockt neben der schönen Landschaft mit vielen historischen Bauten. Themenradwege führen den Fahrradfahrer oftmals an Burgen, Höfen und historischen Mühlen vorbei. Vielerorts finden sich am Wegesrand Einkehrmöglichkeiten, die nicht nur für körperliches Wohl sorgen, sondern auch ein Laden des E-Bikes erlauben.
Das Radtourenbuch Fahrrad und E-Bike Genusstouren – Unterwegs am Linken Niederrhein (ISBN 978-3-8448-0391-4, Verlag Books on Demand GmbH) beinhaltet 10 schöne Touren, die den Linken Niederrhein von seinen schönsten Seiten zeigen. Aus diesem Buch entstammt auch die folgende Kloster und Bier Tour, die wir hier vorstellen wollen. Bei der Tour handelt es sich um eine Rundtour mit einer Länge von 29,7 km. Der Start und das Ziel sind das faszinierende Kloster Kamp in Kamp-Lintfort.

Die Kloster und Bier Tour

Die Kloster und Bier Tour führt uns vom Kloster Kamp in Kamp-Lintfort über den Oermter Berg nach Issum, welches wegen seines Altbieres sehr bekannt ist. Die Fahrt führt meistens, umgeben von weiten Feldern, über asphaltierte schmale Straßen. Die letzten Kilometer zurück nach Kamp-Lintfort legen wir im Wald, der Leucht, auf Forstwegen zurück. Die Tour ist nahezu steigungsfrei, lediglich der Oermter Berg lässt ein wenig die Waden brennen.

Für die Anfahrt zum Kloster Kamp empfehlen wir das Auto, da Kamp-Lintfort leider keinen Bahnhof besitzt. Direkt am Kloster Kamp befinden sich kostenfreie Parkplätze. Der Start- und Endpunkt der Tour ist am Kloster Kamp (Ecke Klosterstraße/Rheinberger Straße). Gegenüber befindet sich ein Parkplatz für Wanderer. Die in der Klammer angegebenen Kilometer am Satzende zeigen – zur einfacheren Orientierung – den aktuellen Kilometerstand an.

Wir folgen dem Radweg in Richtung Moers/Kamp-Lintfort bergab und folgen, noch bevor wir die Ampel erreichen, der NiederRheinroute nach rechts in die Mittelstraße. Wir erreichen die B510 und folgen dieser auf dem Radweg Richtung Nieukerk/Rheurdt nach rechts. Wir passieren das Steakhaus und den Biergarten „Am Dachsberg“ und radeln weiter entlang der B510. Mit dem Erreichen der Bergstraße verlassen wir die B510 und folgen der NiederRheinroute nach rechts. Die NiederRheinroute führt uns jetzt über de Felder. Die Fahrt über die Anliegerstraßen gestaltet sich nahezu frei von Autos. Mit der Klotenstraße gelangen wir, wenige Höfe passierend, zum Fuße des Oermter Bergs. (4,6 km)

Der Oermter Berg, der zu den Schaephuysener Höhen gehört, ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Besonders Familien mit Kindern schätzen das großzügige Freizeitangebot. So finden sich hier unter anderem Grillhäuser, ein großer Kinderspielplatz und Wildgehege. Der Aussichtsturm bietet einen tollen Blick über den Niederrhein. Mit dem Haus Oermterberg bietet sich dem Hungrigen und Durstigen ein Restaurant mit Biergarten.

Wir folgen der NiederRheinroute in Richtung Neukirchen-Vluyn/Rheurdt. Nach wenigen Metern erreichen wir das Ortsschild von Rheurdt. Nur ein kurzes Stück weiter führt uns die NiederRheinroute nach rechts in eine für den Autoverkehr gesperrte kleine Straße, die unsere Waden beansprucht. Zwanzig Höhenmeter erklimmen wir hier, bevor wir mit der folgenden T-Abzweigung die NiederRheinroute wieder verlassen und rechts abbiegend weiterhin bergan radeln. (5,0 km)

Der asphaltierte Feldweg leitet uns die Kuppe hinauf, wo langsam die Windräder in unser Blickfeld rücken. Etwa dreißig Höhenmeter haben wir jetzt am Oermter Berg absolviert – immerhin! Wir treffen abermals auf eine T-Abzweigung. Leider fehlen hier Wegschilder, allerdings sind Wegmarkierungen auf dem Asphalt vorhanden. Der Blick nach unten zeigt uns, dass wir jetzt dem Wanderweg NW bzw. der Markierung 16 nach rechts folgen. (5,3 km)

Wir erblicken kurze Zeit später wieder die Kennzeichnung der NiederRheinroute, der wir jetzt folgen werden. Die NiederRheinroute beschert uns kurzzeitig ein Stück Schotterweg. Ab dem großen Abenteuerspielplatz am Oermter Berg fahren wir allerdings wieder auf Asphalt. Wir folgen weiterhin der NiederRheinroute. Wir lassen somit die Windräder im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und im weiteren Verlauf hinter uns. Der Weg über die weiten Felder führt uns zur Oermter Schmuseecke, eine kleine Schutzhütte am Wegesrand. (7,5 km)

An der Oermter Schmuseecke folgen wir den Schildern in Richtung Issum und bleiben somit auf Asphalt. Wir überqueren die nachfolgende Straße und befahren weiterhin die NiederRheinroute, womit wir auf den Oermter Kirchweg gelangen. Wir passieren einige Höfe und bleiben weitgehendst von Autos verschont. Der Radweg führt uns durch den zur Gemeinde Issum gehörenden Ortsteil Sevelen und lässt uns die Hoerstgener Straße überqueren. (9,7 km)

Wir orientieren uns weiterhin an dem Radweg und gelangen in die Straße Koetherdyk. Wir durchfahren eine Freizeitanlage mit See und einem kleinen Skatepark. Zum Stärken lockt das Café und Bistro „Am Sportpark“ mit angeschlossenem Biergarten. Am Rande des Waldes gelangen wir zur Abzweigung des Radweges R10 nach links in den Marktweg Richtung Geldern, dem wir folgen. (10,6 km)

Der Marktweg führt durch eine Mischung aus Felder und Wald. Die nur für Anlieger freigegebene Straße zeigt den Niederrhein von einer sehr schönen Seite. Wenige Kilometer gleiten wir unbeschwert auf Asphalt dahin, bis der Radweg R1 bzw. die Fossa-Route rechts vom Marktweg weg führen. Wir folgen dem Radweg R1 und gelangen zur B58, die wir überqueren müssen. (13,9 km)

Kurz folgen wir der B58 nach links in Richtung Kevelaer/Geldern und biegen nach wenigen Metern rechts ab in Richtung Haus Langendonk. Wir bleiben somit weiterhin auf dem Radweg R1. Nicht verpassen dürfen wir die Aengenescher Straße, in die wir nach wenigen hundert Meter abermals rechts abbiegen. Wir fahren jetzt direkt an der Ruine vorbei, die großflächig umzäunt und daher nicht zugänglich ist. (15,8 km)

Schon von der B58 ist die Ruine des Hauses Langendonk sichtbar. Von der ehemaligen Wasserburg, die erstmals im Jahre 1391 erwähnt wurde, ist nur noch der Turmstumpf erhalten.

Wir überqueren einen kleinen Bach und folgen dem Hauptverlauf der Straße, wodurch wir anschließend auch die Landstraße L362 unterqueren werden. Wir befinden uns bereits kurz vor der Gemeinde Issum. Am Ende des Aengenescher Weg angelangt, treffen wir auf den Nordring und müssen ein kurzes Stück an der Straße entlang radeln. (18,2 km)

Wir erreichen die Gemeinde Issum und folgen dem Radweg in die Kapellener Straße nach rechts. Wir bleiben jetzt, der Ausschilderung des Radweges folgend, relativ lange auf der Kapellener Straße. Der Radweg führt uns durch die Gemeinde, lässt uns die Herrlichkeitsmühle passieren und zeigt uns die kleinen Gassen Issums. Wir gelangen im weiteren Verlauf wieder auf die NiederRheinroute. Am Museum vorbei radelnd gelangen wir letztendlich wieder zur B58. An der B58 orientieren wir uns an den Wegweisern des Radweges nach links Richtung Wesel/Alpen. (20,8 km)

Bier wird in Issum schon seit 1878 gebraut. Die Diebels Brauerei ist die größte Altbierbrauerei Deutschlands! Die Gemeinde Issum hat allerdings einiges mehr zu bieten als nur die hiesige Diebels Brauerei. Auf unserem Weg durch Issum passieren wir die im Jahre 1768 erbaute Herrlichkeitsmühle und das Wasserschloss Haus Issum, welches auch das Museum His-Törchen beinhaltet.

Nach wenigen Metern verlassen wir die Bundesstraße allerdings wieder und biegen nach rechts in den Pauenweg ab. Wir folgen somit der NiederRheinroute in Richtung Rheurdt/Sevelen. Uns zieht es wieder hinaus auf die Felder. Wir streifen einige Häuser und das schmale Asphaltband konfrontiert uns nur mit wenigen Autos. Im weiteren Verlauf biegt die NiederRheinroute vorerst nach rechts in die Huckstraße ab, wir bleiben allerdings auf dem Pauenweg und halten uns weiter geradeaus. Wir kommen am Pauenhof und den Golfplätzen des Golfclub Issums vorbei. Wenig später erblicken wir wieder die Kennzeichnung der NiederRheinroute, die uns im weiteren Verlauf vom Pauenweg nach links in die Braustraße führt. (23,7 km)

Dem Radweg folgend gelangen wir zur Hochwalder Straße, in die wir nach rechts abbiegen. Über die Felder radelnd steuern wir dem Wald entgegen. Wir orientieren uns an der Ausschilderung Rheinberg/Kamp-Lintfort und folgen wenig später dem Radweg R2 in Richtung Baerlaghof. Von Asphalt gelangen wir auf Schotter und passieren den Baerlaghof, einem sehr schönen Café mit Biergarten. Wir gelangen jetzt in den Wald. Der Weg wird rauer, bleibt aber gut fahrbar. Den Radweg R2 verlassend folgen wir der NiederRheinroute nach links. (25,6 km)

Der Waldweg führt kerzengerade durch den Forst. Nach Niederschlägen kann der Weg matschig sein. Wir gelangen nach Niederkamp, passieren wenige Häuser und stoßen anschließend auf die Altfelder Straße, der wir nach rechts folgen. Da hier kein Radweg ist, bleiben wir am Rande der nur mäßig befahrenen Straße. Wir treffen nun auf die Landstraße L287 und folgen dem Radweg nach links bergan zum Kloster Kamp. Etwa 12 Höhenmeter müssen wir nochmal bergan kurbeln. Nach insgesamt 29,7 Kilometern haben wir das Ziel unserer Tour, das Kloster Kamp, erreicht.

Nicht entgehen lassen sollte man sich die Besichtigung des über 875 Jahre alten Kloster Kamp. Das Zisterzienserkloster wurde im Jahre 1123 gegründet und liegt auf dem Kamper Berg. Besonders beeindruckend ist der Terrassengarten, der frei zugänglich ist. Gegenüber der Klosterkirche findet sich das Ordensmuseum. Auf dem Gelände des Klosters finden auch verschiedene Veranstaltungen wie der Klostermarkt statt.

Zu Füßen des Klosters liegt die durch den Bergbau stark geprägte Stadt Kamp-Lintfort. Weithin sichtbar sind die Zeche Friedrich-Heinrich und die Halde Pattberg. In dem Buch MTB Haldencross – Die Tour über die Halden des Ruhrpotts (ISBN 978-3-8423-5960-4) wird die Halde in eine sehr schöne Tour integriert.

Andreas Waldera

Andreas Waldera

Das Urgestein der Fraktur! Bereits im Jahre 1996 stößt Andreas als Team-Fahrer und Texter zur Fraktur, damals ein Fanzine ausschließlich für Downhill Biker. Nach vier Jahren ruft er das MTB/Lifestyle Onlinemagazin "Fraktur - Das Magazin" ins Leben – bis heute eine Herausforderung, die dem begeisterten Fahrradfahrer geradezu auf den Leib geschrieben ist.

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