Special Alpencross: Etappe 4 – Durch das Pustertal und die Dolomiten

Fahrzeit: 4:40 Stunden
Zurückgelegte Strecke: 83 Kilometer
Zurückgelegte Höhenmeter: 1050 Meter

Das erste Mal bei unserem Alpencross machten sich nach der Nachtruhe die Beine bemerkbar. Es war aber nicht der Uphill der Tribut forderte, sondern die endlos erscheinende Überquerung des Felber Tauern im Schnee zu Fuß. Der Oberkörper schmerzte und der rechte Oberschenkel quittierte die vorangegangen Tragepassagen des dritten Tages mit einer Unzahl blauer Flecken. Der Griff zu den zum Trocknen aufgehängten Klamotten und Schuhe ließ die Laune auch nicht unbedingt besser werden.

Die Schuhe waren trotz allerlei Tricks immer noch nass. Widerwillig wurden die nassen Schuhe übergestreift. Das Wetter zeigte sich dagegen beim Start von seiner besten Seite. Mit dem vierten Tage verließen wir die beschriebene Tour von Achim Zahn um Anschluss an die Tour der www.faszination-alpen.de zu finden. Die Tour des vierten Tages glich einer Transrapid-Strecke. Eine schnelle, direkte und einfache Verbindung von Lienz nach Cortina d’Ampezzo stand uns bevor. Wir überschritten wieder eine Landesgrenze, diesmal von Österreich nach Italien. Da der Kraftakt des dritten Tages seinen Tribut forderte, waren wir mit dem unspektakulären Verlauf der Strecke nicht unbedingt unglücklich. Die Tour führte uns auf dem Pustertal-Radweg, später dem Drau-Radweg, durch das Pustertal an der Drau entlang. Bei dem Radweg handelt es sich um einen breiten asphaltierten und gut zu pedalierenden Weg, der uns bis nach Italien führt. Der Radweg gleicht geradezu einer Autobahn, was durch den enormen Fahrradbetrieb unterstrichen wurde. Der Übergang von Österreich nach Italien gestaltete sich wettertechnisch mal wieder von seiner gewohnten Seite.

Ein altes und leer stehendes Ospitale kurz vor Cortina d’Ampezzo

Bereits vor San Candido (Innichen) war wieder Regenkleidung angesagt. Schade eigentlich, da die Schuhe gerade trocken waren. Über einen breiten Radweg gelangten wir nach Dobbiaco (Toblach). Von nun an führte uns ein kiesiger Forstweg, ein ausgewiesener Radweg, durch die Pragser Dolomiten auf der einen Seite und die Sextener Dolomiten auf der anderen Seite. Das beeindruckende Landschaftsbild lässt uns schnell den Regen vergessen. Vielleicht gewöhnt man sich aber auch einfach nur an diese Wetterverhältnisse.

Die Dolomiten sind eine Gebirgskette, welche sich ausschließlich auf italienischem Gebiet (Venetien und Trentino-Südtirol) befindet. Den höchsten Berg bildet die Marmolata mit einer stattlichen Höhe von 3342 Metern. Unter den wichtigsten Bergmassiven der Dolomiten zählen unter anderem auch die Pragser Dolomiten und die Sextener Dolomiten, die wir in unsere Tour integriert haben. Die Sextener Dolomiten sind die nordöstlichste Gebirgsgruppe der Dolomiten.

Unser Weg führte im weiteren Verlauf durch das Höhlensteintal und das Val di Landro mit einem beeindruckendem Blick auf die Höhenzüge der Dolomiten. Besonders beeindruckend sind die letzten Kilometer nach Cortina d’Ampezzo auf dem Bahnweg mit seinen Überquerungen der Schluchten und die Fahrten durch die Tunnel der ehemaligen Gleisanlagen. Die Suche nach einer preiswerten Übernachtungsmöglichkeit gestaltete sich zeitintensiver als zunächst vermutet.

Nach einiger Zeit fanden wir eine preisgünstige Pension. Die uns von der älteren Dame des Hauses bereitgestellten Decken entfernten wir vorsichtig von den Betten. Wir zogen es vor im Schlafsack zu übernachten, da die Decken ein Eigenleben zu führen schienen. Ein kurzer Blick zu den Decken, vor dem verdienten Schlaf, beruhigte: Die Decken hatten sich noch nicht fortbewegt.

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Andreas Waldera

Andreas Waldera

Das Urgestein der Fraktur! Bereits im Jahre 1996 stößt Andreas als Team-Fahrer und Texter zur Fraktur, damals ein Fanzine ausschließlich für Downhill Biker. Nach vier Jahren ruft er das MTB/Lifestyle Onlinemagazin "Fraktur - Das Magazin" ins Leben – bis heute eine Herausforderung, die dem begeisterten Fahrradfahrer geradezu auf den Leib geschrieben ist.

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